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Ausbildung als Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik (MTL)

»Hinter jeder Probe steckt ein Mensch.« – Paul, Auszubildender MTL am Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik am Uniklinikum Jena

Paul befindet sich im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Medizinischen Technologen für Laboratoriumsanalytik (MTL) am Uniklinikum Jena. In diesem Interview berichtet er von seinen persönlichen Erfahrungen, den vielfältigen Aufgaben im Labor, den Herausforderungen der Ausbildung und gibt Einblicke, warum dieser Beruf sowohl spannend als auch lohnenswert ist.

Auszubildender posiert mit Laborausstattung.
Das verantwortungsvolle Arbeiten mit Probenmaterial gehört zu Pauls Alltag während der Ausbildung. (Foto ©UKJ / JenaWirtschaft)

Warum hast du dich für eine Ausbildung als MTL entschieden?

Lustigerweise war das eher ein Zufall. Ich habe in der Oberstufe Biologie-Leistungskurs belegt und fand das Mikroskopieren und das Experimentieren sehr interessant. So wusste ich schon frühzeitig, ich will auf jeden Fall im biomedizinischen Bereich arbeiten. Auf die Ausbildung bin ich nur gekommen, da mich eine sehr gute Freundin auf die neu umgestaltete Ausbildung aufmerksam gemacht hat. Gleich nachdem ich die Beschreibung gelesen habe, war für mich klar, ich will diesen Beruf lernen. Jena bot sich an, da ich aus der Umgebung komme und in der Nähe meiner Familie bleiben wollte.

Wieso hast du eine Ausbildung einem Studium vorgezogen?

Es gab für mich zwei Hauptgründe. Erstens hat es mich gereizt, Geld zu verdienen und auch direkt in das Berufsleben einzusteigen und zweitens habe ich mich ehrlich gesagt von keinem Studium direkt angesprochen gefühlt. Ich wollte einen sicheren und nicht so schnell austauschbaren Beruf in der Tasche haben, studieren kann ich dann immer noch bei Interesse.

Welche Voraussetzungen muss man für die Ausbildung als MTL mitbringen?

Wer sich für biomedizinische Zusammenhänge interessiert, technisches Verständnis mitbringt und Freude an der verantwortungsvollen Arbeit mit verschiedenen Patientenmaterialien wie Blut, Gewebe oder Urin hat, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Wenn man in den Bereichen schon ein gutes Verständnis mitbringt, ist das natürlich noch besser. Aber keine Sorge, man lernt alles von Grund auf und kann auch ohne Vorkenntnisse punkten. Ich persönlich halte nicht viel von Noten, da sie nichts über das Können aussagen, aber in den Naturwissenschaftlichen Bereichen, sind natürlich gute Noten gern gesehen.

Das A und O in der Ausbildung ist zum einen das verantwortungsvolle Arbeiten mit dem Probenmaterial, denn hinter jeder Probe steckt ein Mensch. Zum anderen ist Teamfähigkeit essentiell. Hier am Uniklinikum läuft nichts ohne den anderen. Die Arbeitsabläufe sind so getaktet, dass sie ineinandergreifen und eine gute Kommunikation notwendig ist, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und die Proben innerhalb des vorgesehenen Zeitraums bearbeiten zu können. Andere wichtige Fähigkeiten sind das konzentrierte und vor allem genaue Arbeiten, um Fehler zu vermeiden sowie die Fähigkeit, in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren und konzentriert weiter zu arbeiten.

Auszubildender am Mikroskop.
Mikroskopieren und Experimentieren interessierte Paul bereits während der Schulzeit. (Foto ©UKJ / JenaWirtschaft)

Wie läuft die Ausbildung ab? Welche Stationen durchläuft man?

Die Ausbildung umfasst drei Lehrjahre, die in Theorie und Praxis geteilt sind. Im ersten Lehrjahr stehen vor allem die theoretischen Grundlagen und der praktische Unterricht im Vordergrund, da ohne dieses Basiswissen das Arbeiten im Labor nicht möglich ist. Im zweiten und insbesondere im dritten Lehrjahr liegt der Schwerpunkt dann auf der praktischen Arbeit, um eine solide Grundlage für die Abschlussprüfung zu schaffen. Grundlegend ist die Ausbildung in vier Bereiche untergliedert: klinische Chemie, Transfusionsmedizin, Pathologie und Mikrobiologie. Diese vier Bereiche sind Pflicht, um die Prüfung absolvieren zu können. Jedoch hat man am Uniklinikum Jena auch die Chance, zum Beispiel in  die Forschung zu schnuppern. Wir haben ein sehr großes Spektrum an Untersuchungen und Methoden und es kann nie langweilig werden. Wir werden in verschiedenen Arbeitsmethoden ausgebildet und können in den sechs UKJ-Laboren in der Bachstraße grundlegende Techniken erlernen und ausprobieren.

Auszubildender am Laborgerät.
Die Arbeit im Labor steht vor allem im zweiten und dritten Lehrjahr im Vordergrund. (Foto ©UKJ / JenaWirtschaft)

Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus und welche Aufgaben übernimmst du?

Es kommt sehr darauf an, in welchem Arbeitsbereich ich unterwegs bin. In der Klinischen Chemie, im Großraumlabor, arbeitet man vor allem viel mit den Parametern des Blutes und misst die einzeln enthaltenden Stoffe. In der Mikrobiologie werden vor allem die Keime untersucht, die uns krankmachen. Von Viren über Bakterien bis hin zu Pilzen ist alles dabei. Beispielsweise werden Bakterien auf Platten angezüchtet, um sie zu identifizieren und im Anschluss behandeln zu können In der Transfusionsmedizin dreht sich alles um das Thema Blut. Hier liegt auch die Blutbank vom Klinikum, in der über 500 Blutprodukte lagern und tagtäglich vergeben werden. Hier ist es vor allem wichtig, genau zu arbeiten, denn auch kleine Fehler können Menschen das Leben kosten.

Ich als Azubi im mittlerweile dritten Lehrjahr darf schon den Großteil der Aufgaben alleine oder unter Aufsicht durchführen. Somit hat man immer die Möglichkeit mitzuwirken und Arbeit abzunehmen. Von kleinen Aufgaben wie Geräte bestücken bis zur Freigabe von Werten oder der Durchführung von komplizierteren Verfahren hat man hier die Möglichkeit, alles mitzumachen.

Welche Aufgaben machen dir am meisten Spaß?

Ich arbeite gern in der Klinischen Chemie, weil mich insbesondere die teils komplexen und hochwertigen Geräte interessieren und ich verstehen möchte, wie sie funktionieren. Aber wer denkt, man stellt nur Proben hinein, liegt falsch – so einfach ist es natürlich nicht. Vor- und Nachbereitung der Proben ist essentiell, denn Maschinen können nur so gut arbeiten wie ihr Anwender. Auch die Arbeit in der Mikrobiologie mache ich sehr gerne. Dort wird noch viel von Hand erledigt, und auch die Keimdiagnostik ist besonders interessant, da es so viele verschiedene Keime gibt, sodass es niemals langweilig wird und man stets Neues lernt.

Was sind die größten Herausforderungen in deiner Ausbildung?

Am Anfang hatte ich sehr viel Respekt davor, Proben zu bearbeiten, da ich nichts falsch machen und am Ende das Probenmaterial eines Menschen „verlieren“ wollte. Auch der Stress kann manchmal sehr anstrengend sein. Es gibt aber ebenso Phasen, in denen es deutlich ruhiger zugeht. Besonders die Masse an Wissen hat mich anfangs stark überfordert, und ich dachte, ich würde niemals alles lernen können. Doch siehe da: Es ist bei weitem nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte, und man wird Schritt für Schritt durch die Ausbildung geführt, ohne überfordert zu werden. Heute bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl und habe im Arbeitsalltag eigentlich keine Probleme mehr.

Auszubildender am Laborgerät.
Die Vor- und Nachbereitung von Proben gehört zu den essentiellen Aufgaben der Auszubildenden. (Foto ©UKJ / JenaWirtschaft)

Welche Entwicklungsmöglichkeiten hast du später und wo kannst du mit deinem Abschluss überall arbeiten?

Mit der Labor-Ausbildung zum MTL stehen mir einige Türen offen. Ich habe die Chance, leitender MTL eines Bereiches zu werden. Auf der anderen Seite hat man jederzeit die Möglichkeit, sich umzuorientieren und in andere Bereiche oder sogar in die Forschung zu gehen und nah mit den Ärzt:innen zu arbeiten. Auch ein anschließendes, weiterführendes Studium ist kein Problem, denn die Ausbildung bietet eine super Grundlage dafür, da sie sehr viel Wissen umfasst.

Wie gut sind die Übernahmechancen nach der Ausbildung?

Am Uniklinikum sind die Übernahmechancen für Auszubildende sehr gut. Azubis werden in der Regel gesondert bevorzugt. Besonders, wenn man frühzeitig Interesse an einem bestimmten Bereich zeigt, hat man gute Chancen, eine Stelle zu erhalten.

Blick auf Jena
Jena bietet mit seiner Natur und Freizeitmöglichkeiten den idealen Ausgleich zum Arbeitstag. (Foto: Stadt Jena/Jens Hauspurg)

Was gefällt dir besonders am Arbeiten und Leben in Jena?

Am besten finde ich, dass Schule und Arbeit nah beieinanderliegen und man somit keinen langen Arbeitsweg hat. Aber allgemein finde ich die Stadt Jena wunderschön. Besonders die Umgebung mit den Bergen ist hier sehr ausgeprägt und ich bin schnell draußen in der Natur. Gleichzeitig findet man alles, was man braucht, ohne dass die Stadt überlaufen ist, wie es in anderen Städten oft der Fall ist.

 

Was würdest du jemandem raten, der überlegt eine Ausbildung als MTL in Jena zu machen? Welche Dinge hättest du gern vorher gewusst?

Wer wirklich an biomedizinischen Zusammenhängen interessiert ist und gerne im Labor arbeitet, findet kaum eine bessere Ausbildung. Gerade in Jena profitiert man mit dem Uniklinikum von einem guten Arbeitgeber und gleichzeitig von einer lebendigen Stadt – ein echter Gewinn. Ich kann nur sagen: Man sollte sich nicht von der Masse an Wissen, Geräten und Untersuchungen einschüchtern lassen. Auf den ersten Blick kann das alles überwältigend wirken. Ging mir genauso wie anderen, aber trotzdem bin ich noch da und kann sagen, dass ich es keinen Tag bereut habe.

 

Gibt es ein Vorurteil über Ausbildungen oder medizinische Berufe, das du richtigstellen möchtest?

Wir arbeiten in einem medizinischen Labor, daher kommt man zwangsläufig mit Proben aus dem Körper eines Menschen in Kontakt. Es gibt auch mal unangenehme Aufgaben, diese treten jedoch nicht jeden Tag auf. Besonders wichtig ist dabei, Menschen zu helfen, die einfach nur gesund werden möchten. Der Beruf ist zudem sehr vielseitig und abwechslungsreich.

Gibt es eine besondere Fähigkeit oder einen Trick, den du durch die Ausbildung gelernt hast und jetzt im Alltag nutzt?

Dadurch, dass man abgesehen vom Labor auch viel über die Physiologie des Menschen lernt, werde ich öfter um Rat gefragt. Wenn ich dann helfen kann, fühlt sich das sehr gut an. Auch für mich selbst habe ich dabei ein enormes Wissen erworben, das im Alltag oft nützlich ist. Besonders die medizinisch-biologischen Zusammenhänge finde ich dabei sehr spannend.

Was waren bisher die schönsten Momente in deiner Ausbildung?

Mein bisher schönster Moment war eigentlich der Anfang der Ausbildung, als ich meine Mit-Azubis kennengelernt habe, die mittlerweile sehr gute Freunde geworden sind. Da wir uns gegenseitig unterstützen und helfen, ist die Freundschaft innerhalb der Klasse sehr wichtig, um die Ausbildung für alle besonders angenehm zu gestalten. Der wirklich schönste Moment wird jedoch noch kommen: die Abschlussprüfung und das Bestehen, wenn sich all das auszahlt, was man in den letzten drei Jahren gelernt hat.


Die Ausbildung als Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik verbindet fundiertes, theoretisches Wissen mit praxisnaher Laborarbeit, bietet ein abwechslungsreiches und vielseitiges Aufgabenspektrum und ermöglicht den direkten Kontakt zu medizinischen Zusammenhängen, die den Alltag der Patient:innen beeinflussen. Teamarbeit, sorgfältiges Arbeiten und die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten Schritt für Schritt zu entwickeln, machen die Ausbildung nicht nur lehrreich, sondern auch sehr erfüllend. Für alle, die sich für biomedizinische Zusammenhänge interessieren, Freude an präziser Laborarbeit haben und in einem unterstützenden Umfeld lernen möchten, bietet diese Ausbildung ideale Voraussetzungen.

Daten und Fakten zur Ausbildung

  • Dauer: 3 Jahre
  • Beginn: September
  • Vergütung (Brutto/Monat)
    • Jahr: 1.280,74 Euro
    • Jahr: 1.340,80 Euro
    • Jahr: 1.437,53 Euro
  • Theoriepartner: Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales Jena
  • Voraussetzungen:
    • ein guter mittlerer Schulabschluss oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss oder
    • Hauptschulabschluss oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss, zusammen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung (mindestens zwei Jahre)
  • Ähnliche Ausbildungsberufe:
    • Medizinischer Technologe für Radiologie (MTR)
    • Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik (MTF)
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